Übungen der FFW Wolfsberg 2018

 

22.01.2018, 19:30 Uhr Aktivenversammlung
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19.02.2018, 19:30 Uhr Überprüfung der Einsatzpläne an konkreten Objekten
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19.03.2018, 19:30 Uhr
Absichern der Unfallstelle und Erstversorgung
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16.04.2018, 19:00 Uhr Digitalfunkübung
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07.05.2018, 19:30 Uhr Einsatzübung nach FwDv 3
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18.06.2018, 19:30 Uhr THL - Rettung eingeklemmter Person bei Waldunfall
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16.07.2018, 19:30 Uhr THL - Ölsperre auf offenen Gewässern
06.08.2018, 18:00 Uhr Gerätekunde - Bedienung TS 8/8
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10.09.2018, 19:30 Uhr Gerätekunde - Tauchpumpe
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08.10.2018, 19:30 Uhr Winterschulung - alternative Antriebe
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13.11.2018, 19:30 Uhr Einsatzszenarien anhand von Planspielen
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Wie gewohnt sind wir mit der Aktivenversammlung ins neue Übungsjahr gestartet. Am 22.01.2018 versammelten sich dazu die Aktiven im Schulungsraum. Kommandant Kirsch stellte zunächst Veränderungen in der Zusammensetzung der Aktiven Wehr vor, präsentierte den Ausbildungsstand und wies darauf hin welche Ausrüstungsgegenstände neu bestellt wurden und was generell im neuen Jahr ansteht. Einen breiten Raum nahm auch wieder die gemeinsame Erarbeitung des neuen Übungsplans ein. So wurde an den Terminen, aber auch an den Inhalten gefeilt bis ein ansprechender Jahresplan dabei heraus kam, der hoffentlich viele Aktive immer wieder motiviert die Übungen zu besuchen.

In der Übung am 19. Februar drehte sich alles um unsere Einsatzpläne. Zunächst wurde in einer kleinen Theorie-Einheit die Abgrenzung zum Alarmplan vorgenommen und erläutert, dass der Einsatzplan im Wesentlichen dazu dient, dem Einsatzleiter das Erkunden zu erleichtern, um somit die richtigen Entscheidungen schneller treffen zu können. Einsatzpläne werden entsprechend bei größeren Objekten aufgestellt und zeigen neben dem Gebäudeplan auch Möglichkeiten der Wasserentnahme, Stellen zum Anbringen von Leitern, Rettungswege und besondere Gefahrenpotentiale des Gebäudes. Nach den allgemeinen Erklärungen schauten wir die bestehenden Einsatzpläne zu den entsprechenden Gebäuden unseres Einsatzbereiches an. Einen davon nahmen wir dabei genauer unter die Lupe und machten uns vor Ort ein Bild zur Aktualität des Planes. Kurz vor 20:00 Uhr trafen wir am Gasthof Treiber ein, wo uns der Inhaber durch die Räumlichkeiten führte und uns auf die Gegebenheiten sowie die möglichen Gefahrenpunkte hinwies. Im Anschluss konnten wir in gemütlicher Runde ein paar wenige Ergänzungen vornehmen und uns zum Thema noch detaillierter austauschen.

Im März stand wieder eine praktische Übung auf dem Plan, in der Hoffnung, dass am 19.03. keine winterlichen Verhältnisse mehr herrschten. Bei Minusgraden und einer leichten Schneedecke war genau das aber dann der Fall. Nichtsdestotrotz fanden sich 15 Aktive am FFW Haus ein, darunter auch die drei Kameraden, die drei Tage zuvor die Zwischenprüfung des MTA Lehrgangs erfolgreich absolviert hatten. Zunächst stand eine kleine Theorie-Einheit an, in der alle Gerätschaften in Erinnerung gerufen wurden, die wir standardmäßig in unserem Fahrzeug haben, um eine Verkehrsabsicherung durchzuführen. Das gleiche erfolgte im Anschluss für unsere Gegenstände zur medizinischen Erstversorgung. Zu guter Letzt wurde der Funkverkehr zur Leitstelle geprobt und übungstechnisch bekannt gegeben, dass wir es mit einem Fahrradunfall von drei Jugendlichen zu tun haben. Am Einsatzort zwischen Untertrubach und Haselstauden angekommen, kümmerten wir uns sofort um die zwei Leichtverletzten und legten eine bewusstlose Person in die stabile Seitenlage und hüllten sie aufgrund der kalten Witterung in eine Rettungsdecke. Zeitgleich wurde eine halbseitige Verkehrsabsperrung eingerichtet, die aber nach kurzer Zeit wieder aufgelöst werden konnte, als die Verletzten fiktiv dem Rettungsdienst übergeben worden waren. Die Nachbesprechung fand dann im beheizten Wolfsberger Schulungsraum statt, womit die Übung auch beendet wurde.

Am 16.04. widmeten wir uns wieder dem Thema Digitalfunk. Damit das Einweisung in die DigitalfunkgeräteFunken mit der neuen Technik reibungslos läuft, ist vor allem das ständige Wiederholen und die eigenständige Anwendung wichtig. So eröffnete unser KBM die Übung mit Erläuterungen zu den Handfunkgeräten, zum Kanalwechsel und allgemeinen Sprachregeln. Anschließend ging es dann aber auch sofort an die Praxis. Zunächst wurde der Leitstelle per Funk mitgeteilt, dass wir eine Funkübung durchführen und dafür auf einen separaten Schulungskanal wechseln. Anschließend erfolgte eine Aufteilung in drei Gruppen. Neben einer Zentrale an unserem Feuerwehrhaus und einer Gruppe in unserem TSF, konnten wir dankenswerterweise auch den Mannschafts-Transportwagen der Feuerwehr Obertrubach mit einbinden und somit die dritte Gruppe in diesem Fahrzeug unterbringen. Anschließend wurden die beiden Fahrzeuge von der Zentrale aus zu verschiedenen Standorten im Gemeindebereich geschickt, worauf auch immer eine Rückmeldung per Funkübung mit zwei FahrzeugenFunk nötig war. Durch den Sprechverkehr zwischen den drei Gruppen konnte jeder Einzelne sich mehrmals am Funken üben und so die Anfangs-Scheu ablegen. Entsprechend wird künftig das Funken immer leichter von der Hand gehen und im Einsatzfall bedenkenlos anwendbar sein.

Für die Mai-Übung stand eine Einsatzübung auf dem Übungsplan, die aber kurzerhand abgeändert wurde. Aufgrund vieler weiterer Veranstaltungen an dem Tag, konnten wir die Übung nur in geringer Mannschaftsstärke angehen und widmeten uns dem ebenso wichtigen Thema Hydranten. Vor allem die Hydranten auf der Staatsstraße, die aufgrund des Verkehrs stärker verdichtet werden und somit häufig schwer zu öffnen sind, wurden durch uns geöffnet, um im Einsatzfall eine schnelle Inbetriebnahme gewährleisten zu können. Den größeren Kraftaufwand bekam auch unser Hydrantenschlüssel zu spüren, der die Übung nicht unbeschadet überstanden hat, im Gegensatz zur Mannschaft, die sich anschließend wieder gut gelaunt im Gerätehaus zur Nachbesprechung einfand.

Am 18.06. widmeten wir uns der technischen Hilfeleistung. "Eingeklemmte Person bei einem Waldunfall" hieß die fiktive Einsatzmeldung. Dafür wurde seit langem Karl-Heinz, unsere Übungspuppe, wieder in ein Szenario eingebunden. Der arme Kerl hatte zwei kleinere Bäume auf seinen linken Gliedmaßen liegen und zudem eine stark blutende Wunde am rechten Arm. In dieser moderierten Übung sprachen wir uns nun unter den zwölf anwesenden Aktiven ab, wie wir mit dieser Übungspuppe "Karl-Heinz" wird befreitkonkreten Situation, aber auch mit ähnlichen Gegebenheiten umgehen würden. Wenngleich wir mit dieser Mannschaftsstärke die zwei Bäume auch per Muskelkraft anheben hätten können, stellten wir uns vor, dass es ohne schweres Gerät nicht geht, und so kam unsere Motorsäge zum Einsatz. Vor allem die Kameraden, die nicht regelmäßig privat damit arbeiten, konnten hier wieder den Umgang mit der Säge üben. Darüber hinaus übernahmen wir aber auch die medizinische Erstversorgung und übten noch den Druckverband. Nachdem unser Karl-Heinz befreit und erstversorgt war, konnten wir ihm dem Rettungsdienst übergeben und so die Übung beenden.

Nachdem die Juli-Übung leider entfallen musste, trafen wir uns wieder am 06.08. zur Aktivenübung, bei der unsere Tragkraftspritze TS 8/8 im Mittelpunkt stand, also kurzum unsere Pumpe. Dazu fuhren wir auf Untertrubach, wo unsere Gerätewarte das Kommando übernahmen. So erklärten sie der Mannschaft, dass vor dem Start alle Kupplungen zu öffnen sind, je nach Gegebenheit die Pumpe ein- bzw. ausgekuppelt sein muss und wie die Schalter des Benzinhahns und der Luftzufuhr stehen müssen. Um die Pumpe anschließend auch sinnvoll einsetzen zu können, setzten wir noch ein Erläuterungen zur Bedienung der PumpeStandrohr und bauten eine Schlauchstrecke mit der Vornahme von zwei Rohren auf. Nun wurde noch der letzte Schritt an der Pumpe erläutert, das Starten und das Verhalten während der Wasserförderung. Das geförderte Wasser nutzten wir, um der Natur etwas Gutes zu tun. Die lang andauernde Hitze und Trockenheit ließ die Bäume und Grünflächen im Dorfzentrum nach Wasser schreien, was wir ihnen zuführten. Anschließend wurde noch erklärt was zu tun ist, bevor die Pumpe wieder im Auto verstaut wird, sodass sie im Ernstfall sofort einsatzbereit ist. Da an diesem Tag auch die Hundsdorfer Kerwa im Gasthaus unseres Kameraden stattfand, beschlossen wir den Abend mit der Mannschaft in geselliger Runde.

„Gerätekunde – Tauchpumpe“ war das Thema der Übung am 10. September. Im Gerätehaus führten wir zunächst eine theoretische Einführung durch, dass diese kleine Pumpe vor allem zum Auspumpen vollgelaufener Keller verwendet wird, dass sie mit Strom betrieben wird und per Leinen gesichert und abgeführt wird. Anschließend fuhren wir nach Sorg, um uns der Praxis zu widmen. Die erste Maßnahme war das Öffnen des Löschwasserbehälters durch unseren Spezialschlüssel. Dank einer Stromspende des Nachbarn konnten wir die Tauchpumpe ans Netz anschließen. Die Sicherung erfolgte durch einen Halbmastwurf an der Pumpe und einen gelegten Mastwurf am Luftkanal des Behälters. Zu guter Letzt wurde noch ein C-Schlauch angebracht, bevor sie in den mit Wasser befüllten angenommen Keller abgelassen wurde. Nachdem die Tauchpumpe unter Wasser war und der Schwimmer anschlug, startete auch der Motor und die Wasserförderung begann. Selbstverständlich führten wir das abgepumpte Wasser sofort wieder dem Löschwasserbehälter zu, um im Einsatzfall ein volles Reservoir zur Verfügung zu haben. Nach einer theoretischen Zusammenfassung kehrten wir ins Feuerwehrhaus zurück und ließen den Abend bei einer Pizza ausklingen.

Im Oktober haben wir aufgrund der früher einsetzenden Dunkelheit ein Theoriethema behandelt, nämlich die alljährliche Winterschulung zum Thema „alternative Antriebe“. Am 08.10. begrüßte Kommandant Kirsch die Aktiven im Schulungsraum und startete mit dem ersten Teil „Antriebsarten und deren Erkennungsmöglichkeiten“. Hier wurde vorgestellt woran man Erdgas- oder Flüssiggasautos, Wasserstoffautos und Elektro- oder Hybridautos erkennt und was deren Besonderheiten sind. Auch wurde besprochen welche besonderen Gefahren von diesen Fahrzeugen ausgehen und wie man diesen begegnet. Dies führte zum zweiten Teil „Sicherheitseinrichtungen und Einsatztaktik“. Die Aktiven erfuhren, dass für jede alternative Antriebsart automatische Schutzmechanismen eingebaut sind, darüber hinaus aber auch manuelle Schritte nötig sind, um beispielsweise Elektroautos vom Hochvolt-System zu trennen. „Handlungshilfen und Informationsquellen“ war der Titel des letzten Teils, in dem behandelt wurde wo man als Einsatzkraft weitere Informationen her bekommt und welche Erstmaßnahmen eingeleitet werden können. Dazu dienen zwei Merkregeln. AUTO – A: Austretende Betriebsstoffe sehen, hören und riechen; U: Unterboden, Kofferraum und Motorhaube erkunden; T: Tankdeckel öffnen; O: Oberfläche absuchen. Nachdem die Gefahr erkannt ist, folgt das Absperren, die Menschenrettung und die Spezialkräfte-Nachalarmierung gemäß der GAMS-Regel. Zuletzt wurde noch die Rettungskarte vorgestellt, die idealerweise hinter der Sonnenblende jedes Fahrzeugs platziert ist. Diese beinhaltet nämlich wichtige Informationen zu verstärkten Karosserieteilen, der Position der Batterie und des Kraftstofftanks oder auch Informationen zu Sicherheitseinrichtungen bei Fahrzeugen mit alternativem Antrieb. Das gewonnene Wissen der Theorie konnte sogleich in der Praxis angewandt werden. Der Audi A3 etron des Kommandanten musste als Anschauungsobjekt herhalten. Sofort konnten die Aktiven die äußeren Hinweise erkennen, die auf den Hybridantrieb hinweisen und anhand der Rettungskarte wurde auch die Trennstelle im Motorraum gefunden, wo das Auto vom Hochvolt-System getrennt werden kann. In Theorie und Praxis wurde die aktive Wehr in dieser Übung dafür sensibilisiert, dass durch die steigende Zahl von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben auch unsere Aufgaben sich verändern und wir somit immer mit dem Lauf der Zeit gehen müssen.

Zur letzten Übung des Jahres trafen wir uns am 13.11.2018. Den Inhalt „Einsatzszenarien anhand von Planspielen“ bereite KBM Marc Maier aufwändig in unserem Schulungsraum vor und führte die Übung auch entsprechend durch. An einem Tisch war zur theoretischen Vorbereitung ein Schema mit neun Anfangsbuchstaben aufgemalt. Die ausgeschriebenen Wörter stellen die klassischen Gefahren der Einsatzstelle dar, die wir gemeinsam in Erinnerung gerufen haben: Atemgifte, Angstreaktionen, atomare Gefahren, Ausbreitung, chemische Gefahren, Erkrankung/Verletzung, Explosion, Elektrizität und Einsturz. Nach einer kurzen Erläuterung zum Taktikschema an der Einsatzstelle (Lagefeststellung-Planung-Befehlsgebung) wurden die Stationszeichen an den Kreis- und Staatsstraßen wieder in Erinnerung gerufen. Anschließend ging es dann auch los mit dem ersten Szenario. An einem weiteren Tisch war die Kreuzung am Asterbach aufgezeichnet, sodass nun mit kleinen Fahrzeugen ein Unfall simuliert wurde. Nachdem die möglichen Gefahren dieser konkreten Einsatzstelle durchgesprochen wurden, platzierten wir unser TSF und sprachen die Aufgaben durch, die auf uns als Ortsfeuerwehr zukommen würden.  Anschließend wurde der Tisch im Kreuzungsbereich recht voll, als wir durchspielten welche Fahrzeuge der verschiedenen Hilfsorganisationen in der Folge noch zum Geschehen hinzustoßen könnten. Sogar einen Rettungshubschrauber ließen wir auf der Staatsstraße landen. Nach diesem Verkehrsunfall spielten wir noch einen Brand durch. Am nächsten Tisch war der Grundriss von Sorg aufgezeichnet und es wurde ein Zimmerbrand eines alten Wohnhauses angenommen. Genauso vergewisserten wir uns zuerst wieder der möglichen Gefahren an der Einsatzstelle, um dann unser Auto zu platzieren. Schnell trafen die anderen Wehren ein, sodass wir im engen Sorg nun das ein oder andere Platzproblem zu lösen hatten. Ebenso für den Rettungsdienst und die Polizei mussten Lösungen gefunden werden, die gemeinsam besprochen wurden. Letztlich konnten die Aktiven viele Eindrücke mitnehmen, um im Einsatz auch über die Aufgaben der eigenen Wehr hinaus denken zu können und notwendige Vorbereitungen für die nachrückenden Kameraden treffen zu können.